Manche kennen den Begriff vom Hörensagen, wissen aber nicht, worum es geht. Deshalb vorab die Frage: Vasektomie – was ist das eigentlich?

Die Vasektomie ist ein Sterilisationsverfahren des Mannes, das ausschliesslich der Empfängnisverhütung, nicht jedoch dem Schutz vor Infektionskrankheiten oder Geschlechtskrankheiten dient. Es werden die im Samenstrang befindlichen Samenleiter im Bereich des Hodensacks oberhalb des Nebenhodens des Mannes durchtrennt. Wenn ein Mann nach erfolgter Vasektomie ejakuliert, gibt er zwar noch immer Flüssigkeit ab (jene, die aus der Prostata stammt), diese ist jedoch frei von Spermien. Die Befruchtung einer weiblichen Eizelle ist somit auszuschliessen.

Wie wird der Eingriff durchgeführt?

Tatsächlich ist der Eingriff ein sehr kleiner. Auch wenn Männer bei dem Gedanken, dass ein Facharzt an ihrem Hoden operiert, schmerzverzerrt zusammenzucken – es ist ein meist ambulanter Eingriff, der unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Der Arzt macht entweder einen oder zwei kleine Schnitte am Hodensack, legt somit die Samenleiter frei und entfernt ein 1-3 Zentimeter langes Stück des Samenleiters. Dieser wird am Ende verödet oder umgeschlagen und genäht, also verschlossen.

Vorteile gegenüber anderen Sterilisationsmethoden

Hat ein Paar seine Familienplanung abgeschlossen oder möchte es aus bestimmten gesundheitlichen Gründen keine Kinder in die Welt setzen, ist die Sterilisation eine Methode, die den Einsatz von ständig einzunehmenden Hormonen oder die Verwendung von Kondomen erspart. Bei der Frau ist ein Eingriff möglich, jedoch weitaus komplizierter, riskanter und teurer als es bei einer Vasektomie beim Mann ist. Und: Die Hormonproduktion / Spermienbildung bleibt beim Mann dennoch aufrecht. Er kann auch weiterhin ejakulieren, was für viele beim Sex keineswegs unwichtig ist. Doch salopp gesprochen: Der Mann schiesst nur noch mit Platzpatronen.

Die Sicherheit in Sachen Empfängnisverhütung ist somit gegeben. Nur 1 Paar unter 1000 Paaren, bei denen der Mann auf diese Art sterilisiert wurde, bekommt ungewollt Nachwuchs. Zum Vergleich bei der Verhütung mit Kondomen liegt die Zahl um den Faktor 20 bis 150 höher. Aber Achtung: Bis zu 12 Wochen nach dem Eingriff können noch Spermien in der Samenflüssigkeit sein. Deshalb gibt es nach dem Eingriff mehrere Kontrolluntersuchungen des Ejakulats, um sicher zu sein, dass der Verhütungsschutz gegeben ist.

Auf die Sexualität hat der Eingriff eine positive Auswirkung. Es gibt keinen Grund mehr, über die Risiken einer Schwangerschaft nachzudenken. Es gibt keine Ablenkung diesbezüglich mehr. Das Ejakulieren selbst kann sich geringfügig anders anfühlen, weil Ejakulat durch den Eingriff etwas dünnflüssiger wird.

Die Vasektomie ist endgültig, wenn nicht anders erwünscht

Von selbst wachsen Samenleiter an sich nicht wieder zusammen. In nur 1 von 2000 Fällen kommt es nach Monaten oder Jahren zu einer erneuten Öffnung der Samenleiter und eventuell zu einer Schwangerschaft. Wer aus irgendeinem Grund dennoch irgendwann wieder zeugungsfähig werden möchte, kann dies in einer Operation veranlassen. Ein Mikrochirurg unternimmt dann den Eingriff einer sogenannten Vasovasostomie, die in über 95% der Fälle erfolgreich verläuft.

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