Wie die Schweizerische Nationalbank vorgestern verkündete, wird der Mindestkurs von CHF 1.20 zum Euro beibehalten. Dies bedeutet, dass die Nationalbank diesen Mindestkurs weiterhin durch den Ankauf von Devisen in unbeschränkter Höhe stützen wird, wie sie dies schon seit zwei Jahren tut.

Vor zwei Jahren war diese Massnahme durchaus angebracht, als der Kurs durch Spekulationskäufe kurzweilig auf unter CHF 1.00 gesunken war und dies obwohl der faire Wechselkurs bei mindestens CHF 1.40 gelegen hätte. Die Lage hat sich mittlerweile stark beruhigt. Die Schere zwischen tatsächlichem Kurs und fairen Wert ist mittlerweile auf CHF 1.30 bis CHF 1.35 gesunken und diese Schere dürfte sich weiter schliessen, liegt doch die Inflationserwartung in der Schweiz bei -0.2 Prozent und in der EU bei +1.5 Prozent. Bei diesem Hintergrund fragt man sich, wieso die Nationalbank den Euro-Mindestkurs weiterhin bei CHF 1.20 belässt, dies umso mehr als die Kursuntergrenze schon länger nicht mehr getestet wurde.

Das Problem des Mindestkurses ist, dass die aktuelle quasi-Nullzinspolitik zu einer Blase am Immobilienmarkt geführt hat. Noch ist diese Blase nicht sehr ausgeprägt, die Immobilienpreise steigen jedoch stetig weiter an, da das Geld so billig zu haben ist. Die Schweizerische Nationalbank täte also gut daran den Euro-Mindestkurs bald fallen zu lassen.

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